Akute Erkrankungen
 

«Einige Fallbeispiele»


Ein typischer ALLIUM CEPA Fall:

 

An einem strahlenden Maitag ruft eine Patientin ganz verzweifelt an. Seit gestern Abend habe sie einen sehr starken Heuschnupfen, sie sei fix und fertig.
Die Patientin kommt noch am selben Abend vorbei und berichtet, dass sie einen starken Schnupfen mit reichlich wässrigem, brennendem Sekret habe. Die Nase sei zu, sie spüre einen Klumpen in der Nasenwurzel sowie einen dumpfen Kopfschmerz, als ob sie erkältet wäre. Die Tränen laufen dauernd, sind aber mild. Am Liebsten möchte sie nur noch schlafen, so müde und schlaff sei sie. Sie komme sich fast vor wie betrunken.
Sie bekommt noch in der Praxis 5 Globuli ALLIUM CEPA -nach wenigen Minuten geht es ihr schon viel besser. Sie nimmt an diesem Abend noch 2 x 5 Globuli, am nächsten Tag noch einmal. Am übernächsten Tag berichtet sie, dass die Heuschnupfensymptome ganz verschwunden seien.
Ich empfahl der Patientin, im Herbst wieder in die Praxis zu kommen, damit man über den Winter ihre Konstitution behandeln könne. Die Symptome waren (alles Leitsymptome): der scharfe, reichliche Nasenausfluss gleichzeitig mit mildem Tränenfluss (bei EUPHR. gerade umgekehrt), der Stirnkopfschmerz mit Druck und Völlegefühl in der Nasenwurzel, die Schläfrigkeit.


Ein typischer ANTIMONIUM TARTARICUM Fall:

 

Eine Mutter kommt mit dem 6-jährigen Martin. Der Junge hat schon seit gut einer Woche einen Husten, in den letzten Tagen ist er deutlich schlimmer geworden. Das Kind hat erstickende, würgende Hustenanfälle mit Atemnot. Beim Atmen hört man ein feinblasiges Schleimrasseln auf der Brust, der Schleim löst sich aber nicht beim Husten. Wenn er sich hinlegt, bekommt er sofort einen Hustenanfall. Der zähe Schleim würgt ihn bis zum Erbrechen. Erst nach dem Erbrechen geht es ihm wieder für eine Weile besser. Martin sieht blass aus und seine Zunge ist dick belegt. (IPECACUANHA hat ähnliche Symptome, jedoch immer eine saubere Zunge).
ANTIMONIUM TARTARICUM hat den Schleim verflüssigt, so dass er in den nächsten fünf Tagen viel besser abgehustet werden konnte. Ab sechstem Tag kein Husten mehr. Die Symptome waren: hörbares Schleimrasseln in der Brust, Husten erstickend, besser nach Erbrechen, weiss belegte Zunge, blasses Gesicht.


Ein typischer BELLADONNA Fall:

 

Wie jeden Freitag im Sommer, fährt mein Kollege auf unserem Campingplatz ein.
Als er aus dem Auto steigt und ich ihn begrüssen will, erschrecke ich. Er sieht furchtbar aus: Sein Gesicht ist hochrot, er schaut mich ganz komisch an. Als ich ihn frage, was denn los sei, murmelt er nur wirres Zeug. Ich erfahre, dass er den ganzen Tag bei grosser Hitze Holz geladen hat. Seine Haut ist sehr heiss und trocken, an den Schläfen und am Hals sieht man die Blutgefässe stark pulsieren. Er hat einen trockenen Mund, will aber trotzdem nichts trinken, ausserdem klagt er über eine brennende Hitze in den Brust und klopfende Kopfschmerzen. Mir ist klar, dass „mein Patient“ einen Sonnenstich hat. Ich bringe ihn dazu, sich im Wohnwagen hinzulegen, dabei ist er sehr unruhig. Trotz dieser Hitze im Körper will er sich zudecken. Seine Gesichtsfarbe wird sofort ein bisschen besser. Nun gebe ich ihm 5 Globuli BELLADONNA C 30. Als ich nach fünf Minuten wieder nachsehe, schläft er. Am anderen Morgen ist er schon um 6:00 Uhr auf den Beinen. Die Nacht habe er gut verbracht, er sei nur einmal aufgestanden, um etwas zu trinken. Er sieht wieder normal aus.
Die wahlanzeigenden Symptome waren: Auslösender Faktor: Sonnenbestrahlung, hochrotes Gesicht, pulsierende Hals-/Schläfenadern, kein Durst bei trockenem Mund, grosse, brennende Hitze des Körpers, klopfende/pulsierende Kopfschmerzen, Wärme bessert (er will sich zudecken).


Ein typischer COCCULUS Fall:

 

Ein Bekannter von mir ruft mich aus den Ferien im Tessin an. Die Familie hat am Nachmittag mit dem Motorboot einen Ausflug auf dem Lago Maggiore gemacht. Es hatte etwas Seegang. Als sie wieder an Land sind, klagt sein Vater, dass der ganze Boden schwanke. Es ist ihm schwindlig und etwas übel.
Zu Hause sitzt er am Esszimmertisch, stützt den Kopf in die Hände und sagt kein Wort mehr. Sobald er den Kopf aufrichtet, dreht sich das ganze Esszimmer und es wird ihm sofort übel. Der liebe Vater ist seekrank. Als die Mutter auch noch die Spaghetti auf den Tisch stellt, wird es zuviel für ihn. Durch den Geruch des Essens wird ihm so übel, dass er sofort erbricht.
Ich schicke meinen Bekannten in eine Apotheke, um sich COCCULUS zu besorgen. Er gab ihm zwei Gaben innerhalb einer halben Stunde, und die ganze Sache war ausgestanden. Die Schwiegertochter durfte ihm später noch die restlichen Spaghetti anbraten.
Die Symptome waren: Schwindel wie betrunken (der Boden schwankt), Schwindel beim Heben des Kopfes, Übelkeit und Erbrechen durch Geruch von Speisen, Seekrankheit.


Ein typischer COLOCYNTHIS Fall:

 

Frau Meier, eine Nachbarin, ruft Mitten in der Nacht an. Sie entschuldigte sich, aber sie habe nun schon zum Dritten Mal in dieser Nacht heftigen Bauchkoliken, dass sie sich krümmen müsse.
Ich nehme meine Hausapotheke und mache mich auf den Weg zu ihr. Sie öffnet mir die Türe mit einer Bettflasche in der Hand. Sofort setzt sie sich auf den Bettrand und klemmt sich die Bettflasche in den Bauch und krümmt sich wieder nach vorne. Ich frage sie, ob sie denn etwas spezielles gegessen habe. Nein, aber sie habe sich masslos geärgert am Nachmittag. Sie arbeitet seit über zwanzig Jahren halbtags in einer Anwaltskanzlei als Sekretärin. Nun wurde sie von einer jungen Sekretärin, die erst seit zwei Monaten dort arbeitet, zurechtgewiesen. Das wollte sie sich nicht gefallen lassen, denn ihr musste man nun wirklich nichts mehr sagen, sie beschwerte sich deshalb bei ihrem Chef. Dieser sagte aber nur, wenn es ihr nicht mehr passe, solle sie halt kündigen. Das war zuviel für sie. Ich gab ihr 5 Globuli COLOCYNTHIS C30 und liess ihr das Röhrchen mit den restlichen Globuli dort, für den Fall, dass weiter Koliken auftraten. Am darauffolgenden Mittag sagte sie mir, dass sie noch zweimal ein Gabe genommen habe. Jetzt gehe es ihr wieder gut und sie habe sich wieder beruhigt.
Die Symptome waren: Auslösender Faktor: Ärger! Kolikartige Bauchschmerzen, besser durch Zusammenkrümmen und durch Wärme.


Ein typischer DROSERA Fall:

 

Herr Marxer hat sich erkältet. Er leidet seit Tagen unter einem Husten. Der Husten kommt von tief unten, tönt heiser und bellend und ist trocken, ohne Auswurf. Herr Marxer berichtet, dass er interessanterweise tagsüber praktisch nie husten muss, aber abends, sobald er sich im Bett hinlegt, geht es los. Es kratzt ihn im Hals, als ob er etwas darin hätte, und löst dann einen Hustenreiz aus. Dabei hat er solche heftigen Anfälle, dass er kaum zum atmen kommt. Er muss sich sofort aufsetzen im Bett, damit er nicht erstickt. So geht das die halbe Nacht. Er bekommt DROSERA mit nach Hause. Schon in der ersten Nacht geht es ihm viel besser. Nach drei Tagen hat er keinen Husten mehr.
Die Symptome sind: Husten nachts, erstickender Husten/Husten mit Atemnot, Husten heiser, Husten trocken/bellend/ohne Auswurf, Husten von ganz tief kommend, Husten schlechter beim Liegen, Hustenreiz im Kehlkopf.


Ein typischer EUPATORIUM Fall:

 

Ein Patient ruft an, er hat eine Grippe. Die Beschwerden haben vor 2 Tagen begonnen mit einer „normalen Erkältung“ - Schnupfen und etwas Unwohlsein. Vitamin C und Aspirin haben eine leichte Besserung bewirkt – jetzt aber geht es ihm wieder deutlich schlechter.
Der Mann kann sich nicht mehr gut bewegen, in allen Gliedern, sogar im Rücken, hat er grosse Schmerzen, „tief in den Knochen“, wie er sagt. Er weiss nicht mehr, wie er sich bewegen kann, läuft durchs Haus, was aber auch nicht viel bringt. (Bei einer Besserung durch Bewegung hätte man auch an Rhus tox. denken können).
Dieser Patient braucht EUPATORIUM. Er nimmt an diesem Tag 3 mal 5 Globuli Eupatorium C30. Am nächsten Morgen, nach einer durchschwitzten Nacht, erwacht er erfrischt und ohne die sehr schmerzhaften Knochenschmerzen. Die Einnahme wird nicht mehr wiederholt.


Ein typischer FERRUM PHOSPHORICUM Fall:

 

Eine Mutter, die meine Homöopathiekurse besucht hat, ruft wegen ihrer 4 jährigen Tochter an. Die Kleine hat Fieber. Da das Fieber nach einem „Schlitteltag“ in der Nacht sehr plötzlich und recht dramatisch angefangen hat, gab die Mutter Aconitum C30 – mit offensichtlich gutem Erfolg, die Tochter hat die weitere Nacht geschlafen.
(Folge von kaltem Wind, die Plötzlichkeit und das nächtliche Auftreten waren für die Mittelwahl ausschlaggebend.)
Jetzt, am Morgen ist das Fieber noch auf 39.5 Grad, also doch noch deutlich erhöht. Erstaunlicherweise ist Julia trotz des Fiebers aufgestanden und will sogar etwas essen.
Das einzige was der Mutter auffällt, ist die Gesichtsfarbe – erst noch bleich, jetzt deutlich gerötet.
Insgesamt 4 Gaben FERRUM PHOSPHORICUM C30 bringen die Tochter in sehr kurzer Zeit wieder zurück zu ihren Spielkameraden. Ein Fall mit (wie so oft!) wenigen Symptomen. Den Ausschlag gaben die wechselnde Gesichtsfarbe und das relativ gute Befinden bei hohem
Fieber.


Ein typischer HYPERICUM Fall:

 

Ein Nachbar hat sich mit einem Ledermesser fast die Fingerkuppe des rechten Fingers durchtrennt. Er war im Spital, wo sie ihm den lädierten Finger angenäht haben.
Trotz eines starken Schmerzmittels wird er fast verrückt vor Schmerzen, ausserdem haben ihm die Tabletten auf den Magen geschlagen.
Ein aus homöopathischer Sicht sehr einfacher Fall. Nachdem er 5 Globuli HYPERICUM C30 in den Mund bekommen hat, hören die Schmerzen schlagartig völlig auf. Für ihn (und zugegebenermassen auch für mich) unfassbar schnell. Die Schmerzen kommen nach 2 Stunden zurück, er wiederholt die Gabe mit gleichem Effekt. Nach einigen Wiederholungen
in immer längeren Abständen verheilt der Finger vollständig.
Für die Mittelwahl war ausschlaggebend: Verletzung von nervenreichen Körperteilen und die Ursache, die Schnittverletzung.


Ein typischer PHYTOLACCA Fall:

 

Eine stillende Mutter gibt folgende Symptome an: Seit 3 Tagen Entzündung der linken Brustwarze. Die Brust ist leicht geschwollen, heiss und rot. Um die Brustwarze haben sich Risse gebildet. Die Schmerzen sind phasenweise ausstrahlend in den Rücken.
Der Hausarzt hat ihr Antibiotika mitgeben, die sie nicht einnehmen will. PHYTOLACCA hilft in solchen Fällen sehr zuverlässig, schon am nächsten Tag kann sie ihr Kind wieder zum Stillen ansetzen.
Typisch waren hier die Risse, mit den für Phytolacca bezeichnenden Ausstrahlung der Schmerzen in andere Körperregionen. Phytolacca ist ein sehr häufig eingesetztes Mittel bei entzündeten Brustwarzen von stillenden Frauen.


Ein typischer PODOPHYLLUM Fall:

 

Der kleine Michael ist am Zahnen. Er nimmt alles, was ihm in die Finger kommt sofort in den Mund und beisst darauf herum. Auffällig ist ausserdem der Durchfall, die Stühle sind sehr dünn, manchmal wässrig und gehen mit lauten Geräuschen in die Windeln. Der Gestank ist kaum auszuhalten. Der Vater, der sich bis jetzt beim Wickeln recht gut gehalten hat, überlässt diese Tätigkeit im Moment lieber seiner Frau. (Typisch).
PODOPHYLLUM war das Mittel der Wahl und hat die Mutter wesentlich entlastet. Die Symptome: Das beissen beim Zahnen, die sehr stinkigen Stühle, die mit lauten Geräuschen abgehen.


Ein typischer VERATRUM ALBUM Fall:

 

Eine 18 jährige Patientin hat Kreislaufprobleme. Sie ist schon 2mal in einer Disco ohnmächtig zusammengebrochen. Sie hat grosse Angst, sich überhaupt noch in überfüllten Räumen aufzuhalten. Der Arzt hat ihr ein Kreislaufmittel verschrieben, das Sie aber nicht immer einnehmen will. Die Frau hat folgende Symptome: Der Kollaps fängt immer mit eiskaltem Schweiss, Herzklopfen und einer grossen Übelkeit an. Die Ohnmacht dauert nur kurz, am nächsten Tag ist sie aber immer noch sehr geschwächt und „schwabbelig“ auf den Beinen.
Ich habe ihr empfohlen, bei „heiklen Situationen“ immer 5 Globuli VERATRUM ALBUM C30 einzunehmen. Bis jetzt konnte sie die Anfälle immer vermeiden und geht vorläufig nicht mehr ohne ihre „Wunderchügeli“ auf die Piste.
Die Symptome: Kreislaufkollaps mit kaltem Schweiss und Übelkeit. Die grosse Schwäche, die auch nachher noch relativ lange andauert.


Ein typischer RUTA Fall:

 

Ein Student kommt zu mir in die Praxis. Er hat ein Problem mit den Augen. Nächtelang sass er am PC um seine Doktorarbeit fristgerecht abzugeben – und nun das! Die Augen sind stark gerötet und brennen – der ganze Kopf schmerzt.
Hier haben wir einen klaren RUTA Fall. Folgen von Augenüberanstrengung, Kopfschmerzen durch eine Augenentzündung sind die ausschlaggebenden Symptome.


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